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Literatur

»Stilbildend. Ein Meister seines Genres.«
»Stilbildend. Ein Meister seines Genres.«

Joseph Mitchell

Schleppnetzfischer

Mit dem Netz zieht man jede Menge komisches Zeug raus. Einmal war sogar ein Eimer mit Schiffsfarbe dabei, ein Zwanzig-Liter-Eimer mit Schlachtschifffarbe von der U.S. Navy. Wir stemmten den Deckel auf, und ich sah sofort, dass die Farbe vollkommen in Ordnung war. Vermutlich hatte sie einem Matrosen plötzlich nicht mehr gefallen und er schmiss den Eimer über Bord. Wir haben sie dann für die Eleanor verwendet. Ein anderes Mal hatte ich ein rosa Spitzenkleidchen im Netz. Wahrscheinlich hatte sich im...
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Es gibt kein absolutes Besonderes.

Rolf Bossart, Milo Rau

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Das Leben als Parodie situativer Entscheidungen
Das Leben als Parodie situativer Entscheidungen

Georges Perec

Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten

Sie haben reiflich nachgedacht haben ihren ganzen mut zusammengenommen und entschließen sich ihren abteilungsleiter aufzusuchen um ihn um eine gehaltserhöhung zu bitten sie suchen ihn sagen wir um die sache zu verein-fachen denn man muss immer vereinfachen er heißt monsieur xavier das heißt monsieur x sie suchen also monsieur x auf da gibt es nur entweder oder entweder ist monsieur x in seinem büro oder aber monsieur x ist nicht in seinem büro wenn monsieur x in seinem büro wäre...
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Dietmar Dath

Im Schlaf sieht Patrick, was er wach nicht glaubt.

Im Schlaf sieht Patrick, was er wach nicht glaubt:

Das Verzeichnis rechnet alles an. Ankündigungen von Belohnung, meist unwahr, leuchten auf und sterben. Der dopaminergische Haushalt ernährt die Liste. Limbische Strukturen tragen sie. Hirn heißt Haus, hat angeblich Fenster.

Es sind aber Langzeitbilder der Vergangenheit.

 

Sechs Minuten nach vier Uhr früh wacht Patrick von einem Störgeräusch auf.

Er liegt im kleinen Zimmer. Renate schläft im großen.

»Vielleicht hab’ ich nachts ’ne Idee«, hat er ihr

seinen Umzug auf die Couch erklärt, »die muss ich denen dann schicken. Wir reichen das Ding übermorgen ein.« Er fürchtet sich davor, im Schlaf zu sagen, was er von Kerstin weiß, wenn er neben Renate liegt. Im Dunkeln spürt er, dass der Raum ihn anbrummt. Das Hirn gibt dem Brummen Antwort, singt Zucker und Proteine, spricht perineurales Geflecht, das Herausbildung und Funktion der Synapsen kontrolliert, die alle zwischenzelluläre Kommunikation der Neuronen steuern.

Patrick fröstelt von den Füßen her.

Er möchte bei Renate bleiben,...

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Axel Dielmann

»Können Sie sich so etwas vorstellen?«

Wahrscheinlich mussten die Kuratoren fürchten, jemand stolperte über die Stufen beim Blick an ihre Wände, unachtsam vom Bilderansehen – kann es sein, dass ich eben unten an dem ersten Objekt der Ausstellung einfach vorbeigegangen bin? Nummer 1, »Schleier ohne Form. Vorhang…«. Muss an der Wand direkt zwischen Eingang und Abgang… »Lieber Herr Kollege…!«, und Aufgang angebracht gewesen sein, »… Vorhang. Höhe 310 cm, Breite 475 cm«, ich müsste das doch vom letzten Gangabschnitt her schon gesehen haben, wandhohes Ding. Was ich hier übersehe, geht mir durch den Kopf, wäre das Wesentliche. Was noch die schlichteste Form von Analyse ist. Eigentlich müsste ich, weiß ich, zurückgehen im sacht aufsteigenden Wendelstein. Aber er ist zu Ende, vor mir öffnet sich entlang einer letzten flachen Stufe das Anatomische Theater. Licht.

Dem rechteckigen Raum eingeschrieben ist das Oval einer hölzernen, braun glänzenden Balustrade, von der aus sieht man nach unten. Irgendwo wird hier geflüstert. In drei enger...

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