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Gomes/Thermann: Berge, Quallen

Gomes/Thermann

Berge, Quallen
Roman

Gebunden, 312 Seiten

ePub

Halluzinatorische Kraft, literarische Finesse

Ein Fotograf fängt Feuer. Eine Frau verliert ihr Gedächtnis. Ein Staubsaugerfabrikant steht im Verdacht, Leichen zu zerstückeln. Blaszczykowski, Nespoli, Schmittkopf. Personen, Ereignisse, die einander fern scheinen und sich doch ineinander verstricken, sich verflechten und ihren Faden verlieren, ehe er sich an anderen Orten wiederfindet, dieser rote, allzu rote, durch Blut gezogene Faden am Saum des Kleids von Viola Nespoli. Keine Mordkommission behält da den Überblick: Sgarby, Kottwitz, Schwarz und Rütters. Ein hinter Namen und deren Wiedergängern florierendes Kartell arbeitet hart im Dienste der Imagination und des Begehrens, der Kunst und anderer Verbrechen. Und das könnte endlos so weitergehen, in Polen, Mexiko, Sizilien, auf dem Papier und in den Köpfen anderer Leute.
Mit wilder Intelligenz und präziser Choreographie führen uns Gomes/Thermann vor, wie der Sinn den Verstand übersteigt und in eine derart zwingende Logik mündet, dass einzig noch der falsche Weg hinausführt: ein rasantes Erstlingswerk von halluzinatorischer Kraft, literarischer Finesse, filmreifer Komik.

  • Fiktion
  • Theorie des Romans
  • Gegenwartsliteratur
  • serielles Gedächtnis

»So witzig, böse und überdreht, so unanständig brutal und beherzt pornografisch, kreuzt der Roman eine ganze Genre-Bibliothek mit den Filmen von Quentin Tarantino und David Lynch und bringt so diese quietschfidele literarische Intelligenzbestie zur Welt. Solche Romane solle man lesen im postfaktischen Zeitalter.« Ronald Düker, DIE ZEIT

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Gomes/Thermann

Gomes/Thermann

Mário Gomes und Jochen Thermann kamen 2007 nach Berlin. Am Alten Finanzamt in Neukölln kuratierten sie die Lesungsreihe »Filament Stanza«, organisierten Schreibmarathons und leiteten ein Poesiebüro. Jochen Thermann war 2010 Weltmeister im Philosophical Football, Mário Gomes Schiedsrichter.

»Schmittkopf zoomte näher heran. Es sah aus wie zwei übereinandergelegte Bilder, die Nahaufnahme eines Kopfes und die Umrisse eines Gebäudes. Die weißen Tupfen, die Schmittkopf eben noch für Menschen gehalten hatte, bildeten jetzt ein Muster, das an die Öffnung eines Rohres erinnerte. Die Öffnung eines Rohres, Menschen, Zuckerwatte. Das funktionierte noch nicht so richtig mit dem bildgebenden Verfahren.«

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