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Wissenschaft

MORGEN DAS MANNIGFALTIGE
MORGEN DAS MANNIGFALTIGE

Reiner Schürmann, Nicolas Schneider (Hg.)

Diskordanz der Zeiten

Die gebrochene Bedingung – die Diskordanz der Zeiten (dissecutio temporum), die das Sein ist – wird für das Seiende nicht folgenlos bleiben. Es ist diese Bedingung, die aus uns Sterbliche macht. Sie stellt die Seienden, die wir sind, in die Doppelbindung zwischen Geburt und Tod, das heißt zwischen verschiedene Zugriffe (vielmehr als zwischen ferne Tatsachen). Sie stellt uns in die Doppelbindung zwischen Sein-durch-Geburt und Sein-zum-Tode, zwischen Natalität und Mortalität. Ursprünglich diskordante Zeit erscheint dann als das mit sich selbst uneinige...
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Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Ist das Drama k.o.? Ist das Theater k.o.?

Alexander García Düttmann

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Courbets Gesicht, erfunden von Baudelaire

Michael F. Zimmermann

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Conference: Disruption, Technique, World
Thinking the Present with Jean-Luc Nancy

29.02.2024, 09:30 – 01.03.2024

ICI Berlin
Christinenstr. 18/19, Ha
10119 Berlin
Deutschland

 

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    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

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Über eine Ästhetik der Fakten
Über eine Ästhetik der Fakten

Bruno Latour

Die Ästhetik der Dinge von Belang

Ist es nicht seltsam, dass die völlige Versunkenheit eines einzelnen Geistes beim Betrachten eines Stücks toter Materie immer noch die Urszene der Faktizität ist, wo sie doch nicht einmal der Erzeugung von Objekten gerecht wird, die Epistemologen so teuer sind, nämlich wissenschaftlichen Fakten? Wie lässt sich erklären, dass wir Fakten für die ahistorischen Ingredienzien der Welt halten, wenn sie doch nur in hochartifiziellen Arrangements sichtbar sind? Ein sitzender Mensch – üblicherweise ein Mann mittleren Alters – blickt etwas an (ohne es zu...
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Aktuelle Texte

Andreas L. Hofbauer

Joch des Seins

Nicht durch Natur und ihre Fährnisse wurde Domestizierung erzwungen und der ökonomische Schrein ermöglicht. Tempel- und Totenkult, Opferung und Verteilung des Fleisches – noch für Homer sind alle Schlachttiere hieria, heiliges Vieh – und die Einhegung der Wildheit produzieren symbolischen und soziokulturellen Wandel, der für sesshafte, nahrungsproduzierende Gemeinschaften zu Vektor und Motor wird. Nicht Schafe, Ziegen oder Rinder domestizierte man im Anfang, sondern das zoon logon echon selbst war es, das sich vor und unter dem selbstgeschaffenen Kult-Joch verneigte. Warum, wissen wir nicht. Darüber hinaus ist entscheidend, dass, anders als bei den Pflanzen, sich nur sehr wenige Tierarten domestizieren (zur Ressource machen) lassen und man diesen Vorgang nicht mit Zähmung verwechseln sollte. Als Epiphänomen entwickelt sich ökonomischer Sinn. Er transformiert sich vom möglichen Menschenopfer, zum Tieropfer, zu Fleischteilung, in der Frühzeit der »griechischen« Antike dann zu den obeloi (Bratspieße, versehen mit unterschiedlichen Verdickungen, die als Token für den Fleischsold der...

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60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

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