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Wissenschaft

Dies ist keine Zeit für Fakten
Dies ist keine Zeit für Fakten

A.K. Kaiza

Eine kommentierte Geschichte Wakandas

Der Film Black Panther, der erfolgreichste Superheldenfilm aller Zeiten, stellt Wakanda auf eine sehr spezifische und vielleicht emanzipatorische Weise dar. Black Panther, jetzt der König des verborgenen Superstaates, steht seinem Erzfeind Killmonger gegenüber, der für einen Aufstand gegen den neoliberalen Imperialismus Waffen an den Globalen Süden verteilen will. Die Szene, die Erik »Killmonger« Stevens, den Antagonisten von Ryan Cooglers Helden, vorstellt, spielt in einem Museum. Killmonger (gespielt von einem auratischen Michael B. Jordan) wird von einer weißen Expertin durch eine westafrikanische...
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Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

60 Billiarden Moleküle

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  • Immunisierung
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  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

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    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

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Aktuelle Texte

Stefan Porombka

Über den Untergang der guten alten Unterhaltung

Wer nicht dabei war, als am 4. September 1981 im Berliner Tempodrom Die große Untergangsshow über die Bühne ging, kann sich das Filmmaterial anschauen, das 25 Jahre später zusammengeschnitten und auf DVD veröffentlicht worden ist. Man sieht dann gleich, dass die Veranstalter keinen Wert darauf gelegt haben, ein professionelles Kamerateam mit der Dokumentation zu beauftragen. Zu sehen sind lediglich Schnipsel, die manchmal mitten im Auftritt einer Band oder einer Zwischenmoderation beginnen und gerne auch mal ebenso abrupt enden. Selbst im Nachhinein hat man sich am Schneidetisch nicht viel Mühe gegeben, die Übergänge weicher zu gestalten. Der Film wird dominiert vom harten Schnitt, der Stück für Stück von dem aneinandersetzt, was an Material von damals übriggeblieben ist. Bilder gibt es nur von einer einzigen Kamera, und die ist auch nicht gerade günstig positioniert. Der Kameramann steht in dritter, vierter Reihe im Publikum, hebt das Gerät etwas über Kopfhöhe und hält recht...

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Sylvia Sasse

Deautomatisierung der poietischen Prozesse

Matthew Barney macht Kunst, indem er sich selbst am Kunstmachen hindert. So ungefähr könnte man die Produktionslogik seiner Aktionsserie Drawing Restraint zusammenfassen. Ganz ähnlich wie der Theatertheoretiker Nikolaj Evreinov, der in seinem Theater für sich erklärte, dass derjenige, der etwas Neues entdecken will, nicht den Gegenstand der Betrachtung, sondern die Art und Weise des Betrachtens ändern müsse, seine eigene Position oder seine Perspektive (→ Beitrag zum Jahr 1915 in diesem Band), richtet Barney das Interesse auf sich selbst. Er begibt sich in Situationen, die seinen gewohnten Produktionsfluss stören. Barney stört in Drawing Restraint mit aufwendigen, selbst geschaffenen Apparaturen die »Leichtigkeit des Zeichnens« (Wakefield 2010, 10), wobei die Selbstbehinderung, ihre Folgen und ihre Dokumentation zum eigentlichen künstlerischen Werk werden. Doch im Unterschied zu Evreinov, der sich ganz an einer aisthetischen Deautomatisierung orientierte, geht es Barney um eine Deautomatisierung all seiner verinnerlichten poietischen Prozesse. Das Machen selbst, der Kern des Künstlerischen, müsse gestört,...

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Magie und Okkultismus in den Künsten
Magie und Okkultismus in den Künsten

Susanne Witzgall (Hg.)

Reale Magie

In der europäisch-amerikanischen Populärkultur der Gegenwart scheint das Magische allgegenwärtig. Vampire, Dämonen, Elfen, Zauberer, Hexen und Sterbliche mit diversen Superkräften tummeln sich in Jugendbüchern, Fernsehserien und Kinofilmen. Computerspiele werben mit Tausenden an virtuellen Zaubersprüchen und einer »Online-Welt voller Mythen, Magie und Abenteuer«. Das Internet ist voll von magischen Ratgeber_innen und okkulten Blocks und bietet nicht zuletzt einen einzigartigen barrierefreien Zugang zu Handbüchern von Magiern, Okkultisten und Hexen des 20. und 21. Jahrhunderts wie Austin Osman Spare, Aleister Crowley, Peter James...
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Aktuelle Texte

Simon Roloff

Arbeitsmarkt

Robert Walsers Roman Jakob von Gunten beschreibt das Schicksal einer bekannt und zugleich überaus rätselhaft wirkenden Institution. Obwohl sie als Erziehungseinrichtung gehandelt wird, scheint Bildung in einem gymnasialen, polytechnischen oder gar klassisch universitären Sinn nicht ihr Ziel zu sein. Gleich zu Beginn heißt es mit aufsässiger Resignation von einem Schüler: »Man lernt hier sehr wenig, es fehlt an Lehrkräften, und wir Knaben vom Institut Benjamenta werden es zu nichts bringen, das heißt, wir werden alle etwas sehr Kleines und Untergeordnetes im späteren Leben sein.« Das Potential und die Freiheitsgrade der hier nur »Zöglinge« genannten Unterrichteten wird also durch das Institut nicht erhöht, sondern planvoll vermindert. Die in der Lehre eingesetzten Übungen und Verhaltensregeln bestehen zu diesem Zweck nur in end- und grundlosen Wiederholungen, in denen die Tätigkeit verschiedenster Berufe, der Alltag der das Institut umgebenden Stadt und der Habitus sozial höherstehender Schichten nachgeahmt werden. In dieser Zwangsmimesis am Bestehenden scheinen...

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Aktuelle Texte

Hans Ulrich Reck

Kunst im Zeitalter techno-imaginärer Mediosphären

Ein reizvolles und verfängliches, verführerisches und irreführendes Stichwort zugleich. Fragen wir unverzüglich: Handelt es sich um einen Ehrentitel gegenwärtigen, unbeirrt fortschreitenden Kunstschaffens? Oder gar um eine neue Berufsbezeichnung? Wird darüber gestritten, wird er verspottet, der neue Künstler, oder nicht doch, im Gegenteil, verehrt, weil in ihm der techno-imaginär erweiterte Alchemist sich erneut aufschwingt zu den Gipfeln bemühter wie umfassender, weil digital modellierter Weltschöpfung? Gilt uns dieser Künstler als kundiger Navigator für diejenige Umgestaltung der Welt, die den Menschen die entfremdeten und enteigneten Mächte der apparativ verfestigten Technik zurückbringt, um die unbeherrschbar gewordene, verschleierte Natur wieder lesbar und für menschliches Handeln zugänglich zu machen?


Steht es in der Macht oder auch Pflicht der Kunst, mit der Ohnmacht des »Humanen« zu brechen und die Handhabung der Apparate und Technologien in die Gesellschaft und letztlich – welch eine pathetische Figur – in die Geschichtsmächtigkeit des Menschen zurückzubringen, um die »großen Erzählungen« um Freiheit und Vernunft wieder...

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