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Wissenschaft

Der Spitzel im Bild
Der Spitzel im Bild

Sylvia Sasse

Operative Zensur

Eine operative Zensur soll nicht nur zeigen, dass es keine Zensur gibt, sondern vorführen, dass wir es mit einem intakten Rechtssystem zu tun haben, das Bombendrohungen ernst nimmt, sich um Brandschutzmaßnahmen sorgt oder Zuschauer und Leser vor pornografischer oder blasphemischer Kunst und Literatur beschützt.
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Aktuelle Texte

Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Saturnaaaaalien

Sina Dell’Anno

Saturnaaaaalien

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  • Farbe und Bedeutung

    Farbe und Bedeutung

    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

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    Choreographing multitudes

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  • minima oeconomica

    minima oeconomica

    Analysen und Kritik moderner Ökonomie, deren Wissenschaft und Legitmation im Zeitalter der Finanzialisierung

    • Finanzkrise
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    • Finanzmärkte
Aktuelle Texte

Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Fremdartiger extraneus von draußen nicht von drinnen (intraneus) nicht von zu Hause unheimlich nicht von daheim
vor den Toren – fores foreigner nicht im Einklang zu viel odd irregulär nicht normal selten sonderbar seltsam merkwürdig besherat tapfer elegant eigensinnig durchgedreht verschroben falsch frappierend ungewöhnlich erstaunlich

 

Es ist erstaunlich wie reich wir sind an Wörtern Formen Weisen die um das seltsam Fremde des Ausländers kreisen der nicht unser Landsmann ist pas pays avec nous wie man früher in Frankreich sagte c’est un pays à moi für jemanden aus meinem Dorf meiner Gegend meiner Provinz meinem Nest

 

Reich im Übermaß für alles was nicht nah und eigen geeignet passend mitmenschlich ist kein Mitdasein

 

Denn wir nehmen an dass mit avec with stimmig gehaltvoll solide und solidarisch ist und dass das was without avecsans mitohne ist außermittig oder außermitmenschlich

 

Aber »mit« »selbig« »nah« verlangt das Abrücken das Außen

 

Eine Geschichte des Sehens und des Sehenlernens
Eine Geschichte des Sehens und des Sehenlernens

Emilie Bickerton

Die Feuerprobe

Im April 1951 erschien ein schmales Magazin mit gelbem Umschlag, auf dem der Titel Cahiers du cinéma. Revue mensuelle du cinéma et du télécinéma prangte. Die Redaktion hatte ihren Sitz in einem engen Raum an der Avenue des Champs-Elysées Nr. 146. Das Eröffnungsmanifest prangerte die »üble Gleichgültigkeit« an, »die sich mit mittelmäßigem Kino zufriedengibt«, eine »biedere Filmkritik« und das »abgestumpfte Publikum«: Das Gros der französischen Kritik und des Publikums stützte sein Urteil über Film auf politische Beeinflussung und patriotische Impulse...
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Aktuelle Texte

Thomas Schestag

Lesen lernen im Zeichen der Desokkupation

Lektürekurse nehmen Rekurs aufs Lesen in der Regel so, dass der Lesevorgang als eine Technik oder Kunst der Inbesitznahme des Textes, seine Bedeutung freizusetzen, um ihrer habhaft zu werden und sie festzuhalten, vorausgesetzt erscheint. Wer liest, ist gehalten, auf bekannte und erprobte Zugriffstechniken zurückzugreifen, die zwischen Hermeneutik und Maieutik oszillieren: den Widerstand des sperrigen Textes zu brechen, den Widerspenstigen auf den Begriff zu bringen: dem Bedeutungstragenden und -trächtigen, aber -trägen, die Bedeutung, und läge die in Bedeutungslosigkeit, abzumerken, um die Verbindlichkeit der entbundenen Bedeutung gegen den materialen, maternalen Textleib, der ihr immer wieder zur Geburt verhelfen soll, an dem also als an einem mütterlichen, muttersprachlichen, an einer mater festgehalten werden muss, um ihn immer wieder loszuwerden, immer wieder beizuziehen, auszuspielen. Der generative Schattenriss des Lesevorgangs als fortwährende, fortwährend unterbrochene und wiederaufgenommene Entbindung eines Kindes (das nicht sprechen, sondern einzig die Bedeutung, die ihm zugesprochen wird, schweigend verkörpern soll) aus dem...

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Aktuelle Texte

Isabelle Stengers

Wir müssen lernen, den Rauch in der Nase zu spüren

Wenn ich es ablehne, Animismus zu definieren, lehne ich also das ab, was mich für diese Definition autorisieren würde. Ich möchte weder von der traditionellen Behauptung, dass Animismus etwas ist, von dem die wissenschaftliche Rationalität uns entfremdet hat, autorisiert werden, noch von Descolas Behauptung, dass die Wissenschaft als Produkt dessen, was wir Rationalität nennen, tatsächlich beweist, dass wir »Naturalisten« sind, so wie andere »Animisten«. Bei dieser doppelten Ablehnung geht es nicht nur darum, die streitenden Götter allein zu lassen. Sie beruht in erster Linie auf meinem Interesse für das, was ich wissenschaftliche Errungenschaften nennen würde, und auf meinem damit zusammenhängenden Unbehagen, was die Art und Weise betrifft, in der solche Errungenschaften für die große traurige Geschichte von der »Wissenschaft, die die Welt entzaubert«, mobilisiert wurden. Zum Zweiten kann diese Ablehnung nicht von der Notwendigkeit getrennt werden, sich nicht nur dem Urteilen über »andere« zu widersetzen, sondern auch dem, was die...

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