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Wissenschaft

Wissen, ca. 1980
Wissen, ca. 1980

Nils Güttler (Hg.), Margarete Pratschke (Hg.), ...

Nach Feierabend 2016

Es stand nicht gut ums Wissen, ca. 1980. Genau genommen ging es schon seit der Frühen Neuzeit kontinuierlich bergab. Das mechanistische Weltbild und dessen Ideale – Quantifizierbarkeit, Messbarkeit, Wiederholbarkeit, usw. –, die seit ­Descartes, Galileo und Newton um sich zu greifen begannen, zeigten nun endgültig ihr hässliches, kaltes Gesicht. Drogenkonsum, das Emporschnellen der Suizid­raten, der Höchststand des »misery index«, das universelle Gefühl der Entfremdung waren deren logischer Endpunkt. Gefühle, Phantasie, Geist, Seele, alles Organische und Irrationale hatten in dieser Welt als großem...
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60 Billiarden Moleküle

Thomas Huber

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Dieter Mersch

Digital Disrupture

Theorien des Digitalen beziehen ihre Konjunktur aus einer zweideutigen Lage. Zum einen besitzen sie ihre Herkunft in den Visionen und Utopien der gegenkulturellen Aufklärung der 1970er Jahre, aus denen nicht nur der Personal-Computer, sondern auch die Medienwissenschaften und Medientheorien hervorgegangen sind, die den digital disrupture theoretisiert und unter Reflexion gestellt haben und nach deren Diagnose wir vor einer ebenso nachhaltigen Zäsur stehen wie die frühe Neuzeit mit der Erfindung des Buchdrucks. Alle Zeichen und Inhalte bisheriger Kulturen stehen damit auf dem Prüfstand, werden transformiert und von einer Entwicklung überholt, deren weitere Dynamik kaum absehbar ist. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Wende, so die allgemeine Analyse, werde alle Lebensverhältnisse dermaßen verändern und von Grund auf durchschütteln, dass mit Marshall McLuhan und dessen zusammen mit Quentin Fiore verfassten Buch, dessen Titel ironischerweise nicht lautet: The Medium is the Message, sondern The Medium is the Massage, von einer gründlichen ›Massage‹ des gegenwärtigen...

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Jean-Luc Nancy

Des zétrangers des zah des zuh

Fremdartiger extraneus von draußen nicht von drinnen (intraneus) nicht von zu Hause unheimlich nicht von daheim
vor den Toren – fores foreigner nicht im Einklang zu viel odd irregulär nicht normal selten sonderbar seltsam merkwürdig besherat tapfer elegant eigensinnig durchgedreht verschroben falsch frappierend ungewöhnlich erstaunlich

 

Es ist erstaunlich wie reich wir sind an Wörtern Formen Weisen die um das seltsam Fremde des Ausländers kreisen der nicht unser Landsmann ist pas pays avec nous wie man früher in Frankreich sagte c’est un pays à moi für jemanden aus meinem Dorf meiner Gegend meiner Provinz meinem Nest

 

Reich im Übermaß für alles was nicht nah und eigen geeignet passend mitmenschlich ist kein Mitdasein

 

Denn wir nehmen an dass mit avec with stimmig gehaltvoll solide und solidarisch ist und dass das was without avecsans mitohne ist außermittig oder außermitmenschlich

 

Aber »mit« »selbig« »nah« verlangt das Abrücken das Außen

 

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    Choreographing multitudes

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    Who is afraid of Red, Yellow, Blue…?

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Aktuelle Texte

Lauren A. Benton, Monika Dommann, ...

Law as a zone of contact and conflict

Dommann: What is jurisdiction? And how can we study it historically?

Benton: Well, you know, I don’t think jurisdiction is terribly mysterious, I just think about it as legal authority essentially, and the reason I like it methodologically is because it is not that difficult to locate and to discuss, it has almost always in these historical settings some contemporary recognition. People in all periods do talk about legal authority, they know who holds it, they have reference points, it’s not as if you were naming something categorically that doesn’t have a historical name also. It is much more difficult to try to study legal practice as reflecting norms because you can’t locate normative orders historically with the same certainty. So I haven’t found jurisdiction to be an elusive sort of category, but I do think it’s worth bringing out and sharpening a bit. Do you think it requires more elaboration...

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Johanna-Charlotte Horst

Wie Begriffe außer Kontrolle geraten

So versucht das ↑ Bologna-Glossar nicht nur, neue Begriffe in den universitären Diskurs einzuführen, sondern auch bereits bestehende in Zaum zu halten: Wo und auf welche Weise sie losgelassen werden dürfen, soll ganz genau vorbestimmt sein. Um mögliche Bedeutungsverschiebungen zu verhindern, werden Begriffsdefinitionen der universitären Praxis entzogen und externen Institutionen übergeben. Sie verwandeln sich somit in fremde Wörter, in Glossen.

Aristoteles definiert die Glosse als ein Wort, das von den anderen verwendet wird und bei Quintilian ist sie ein wenig gebräuchliches Wort. In jedem Fall sind Glossen nicht unmittelbar verständlich, da sie aus fremden Lebenszusammenhängen stammen. Sie bedürfen einer Kommentierung, um nicht als blinde Flecken in der Rede zu verwirren und auf gefährliche Irrwege zu führen. Das Glossar erklärt fremde Wörter und erläutert deren jeweilige Anwendung in der Hoffnung, sie auf diese Weise in den Griff zu bekommen, sie in die eigene Sprache zu integrieren und in eine bloße, nicht weiter störende,...

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Magie und Okkultismus in den Künsten
Magie und Okkultismus in den Künsten

Susanne Witzgall (Hg.)

Reale Magie

In der europäisch-amerikanischen Populärkultur der Gegenwart scheint das Magische allgegenwärtig. Vampire, Dämonen, Elfen, Zauberer, Hexen und Sterbliche mit diversen Superkräften tummeln sich in Jugendbüchern, Fernsehserien und Kinofilmen. Computerspiele werben mit Tausenden an virtuellen Zaubersprüchen und einer »Online-Welt voller Mythen, Magie und Abenteuer«. Das Internet ist voll von magischen Ratgeber_innen und okkulten Blocks und bietet nicht zuletzt einen einzigartigen barrierefreien Zugang zu Handbüchern von Magiern, Okkultisten und Hexen des 20. und 21. Jahrhunderts wie Austin Osman Spare, Aleister Crowley, Peter James...
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Frank Schirrmacher

Ruedi Widmer im Gespräch mit Frank Schirrmacher

Frank Schirrmacher Das Universum wird heute in den Maschinen gespeichert. Das ist das Credo der NSA: Um die Nadel im Heuhaufen zu finden, brauche ich den Heuhaufen. Da Prinzip ist, so viel wie immer möglich in diesen Kosmos reinzuziehen, um daraus anschließend Werte oder Sinn zu generieren.


 

Ruedi Widmer Zu entscheiden, was die entscheidende Information ist, wäre ja eigentlich Sache der Gemeinschaft, in deren Auftrag oder Namen eine NSA zumindest vorgeblich operiert. Diese Gemeinschaft gestaltet, wenn man sie sich als demokratisch verfasst vorstellt, ihre Zukunft. Wie Sie sagen, bekommt, wer Alternativen vorschlägt, die Antwort: Es gibt keine Alternative. Und daran scheint man sich zu gewöhnen. Ich denke, die Gesellschaft ist paralysiert, weil sie pluralisiert ist. Vor der Automatisierung kommt die Atomisierung.


 

Frank Schirrmacher Das entspricht ja zunächst dem Stand der klassischen kritischen Theorie der 60er Jahre. Jetzt aber ist, wie Sie richtig sagen, die Gesellschaft in einen Prozess der Automatisierung eingetreten. Das...

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Stephan Packard

Vom Scheitern und vom Widerstand als Widerstehen

Koordinatoren sind manchmal Wissenschaftler, die an der Hochschule forschen und lehren und nebenher diesen Teil der Administration im Zuge der sogenannten akademischen Selbstverwaltung (↑ Schalter) erledigen. Manchmal tun sie es auch nicht nebenher, sondern hauptberuflich: Dann haben sie eine Koordinatorenstelle, was alles von einer unbefristeten Verbeamtung bis zu semesterweisen Werkverträgen bedeuten kann. Manchmal sind die Koordinatoren auch keine Fachvertreter, sondern arbeiten in der Universitätsverwaltung. Dann werden sie regelmäßig beschuldigt, ohne Sachkenntnis die Details der Lehre regeln zu wollen – während die Kollegen sie ständig ermahnen, dem unsachlichen Gerede der Wissenschaftler nicht nachzugeben, weil die Verwaltung sonst nicht mehr bewältigt werden kann. Die Wissenschaftler unter den Koordinatoren hören dann genau diesen Vorwurf von ihren Ansprechpartnern in der Verwaltung, während die Kollegen im Fach ihnen ihren bürokratischen Ordnungswahn vorwerfen. Alle diese Vorwürfe geschehen stets zu Recht. Bisweilen gibt es neben den Bologna-Koordinatoren auch »Bologna-Beauftragte« oder »Studiengangskoordinatoren«, sodass sich die Verwirrung um Aufgaben und Kompetenzen...

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