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Bettine Menke: Text-Oberfläche
Text-Oberfläche
(S. 125 – 148)

Figur und Grund, der Text und seine Ränder, Glossen, Kommentare

Bettine Menke

Text-Oberfläche
Figur und Grund, der Text und seine Ränder, Glossen, Kommentare

PDF, 24 Seiten

Lesen bezieht sich auf Oberflächen, artikuliert je eine Relation zu diesen und derart ein Wissen von diesen; aber an ihm hat Nicht-Wissen teil. Die Oberfläche der Schrift, oder weiter: der Graphien, der visuellen Spuren, auf die die Lektüren sich beziehen, ist nicht nur eine solche, eine zweidimensionale Fläche, sondern als Oberfläche sind ihr Reserveräume impliziert. Das Verhältnis von Oberfläche und Potentialität wird in einem ersten Schritt mit der Figur-Grund-Relation formuliert. Das Verhältnis von Figur und Grund ist in dem von Rahmen oder Beiwerk (parergon) und Werk, das heißt von den Rändern, von den Hinzufügungen her, vermeintlich stabilisiert. Glossen oder Kommentare machen als textkonstitutive Supplemente, die den Status des Textes etablieren, diesen zugleich prekär. Daher haben sich aber literarische Texte, aus deren Raum die schreibend lesende Hinzufügung von Glossen doch konstitutiv ausgeschlossen wurde, vielfach ›selbst‹ als solche, als Glosse oder Kommentar konzipiert, um die Text-konstitutive ›Grenze‹ zu bearbeiten.

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Bettine Menke

ist Professorin für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Erfurt. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Literatur- und Texttheorie, kulturwissenschaftliche Perspektiven der Literaturwissenschaft, das Gedächtnis der Texte, Rhetorik, poetische und sakrale Zeichenordnungen, Polarfahrten.

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An Oberflächen gewinnen ganze Wissensordnungen Kontur. Dieser Befund ist erstaunlich, steht doch der langen Geschichte praktischer Oberflächengestaltung eine semantische Tradition gegenüber, die der Oberfläche mit ausgesprochener Geringschätzung begegnet. Der Band stellt in epochenübergreifender Perspektive die historisch sich wandelnden Konzepte sowie die epistemische Valenz der Oberfläche zur Diskussion. Dabei sollen unterschiedliche Wissensfiguren in Vormoderne und Moderne ebenso in den Blick geraten wie konkrete Umgangsformen und Praxen, die mit der Oberfläche verbunden sind.

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