Nutzerkonto

José Emilio Burucúa: Der Begriff der Alterität und die Darstellung des Odysseus in der Renaissance
Der Begriff der Alterität und die Darstellung des Odysseus in der Renaissance
(S. 329 – 355)

José Emilio Burucúa

Der Begriff der Alterität und die Darstellung des Odysseus in der Renaissance

Übersetzt von Hannah Baader und Susanne Pollack

PDF, 27 Seiten

  • Kunstgeschichte
  • Epik
  • Kulturwissenschaft
  • Seefahrt
  • Literaturwissenschaft
  • Raumtheorie
  • Kolonialgeschichte
  • Schiffbruch
  • Heterotopie
  • Meer
  • Malerei

Meine Sprache
Deutsch

Aktuell ausgewählte Inhalte
Deutsch

José Emilio Burucúa

ist Professor für Theorie und Geschichte der Kunst am Instituto de Altos Estudios Sociales der Universidad Nacional de San Martín, Buenos Aires. Er war Directeur de Recherche an der EHESS, Paris, Senior Fellow am Getty Research Institute, Los Angeles, und am Kunsthistorischen Institut in Florenz. Gastprofessuren führten ihn u.a. an die Universitäten Montevideo (Uruguay) und Oviedo (Spanien). Seine Forschungen gelten der Soziologie, Geschichte sowie den Techniken und Materialien der kolonialen und modernen Kunst Argentiniens und Lateinamerikas, den Forschungen Aby Warburgs, der Geschichte der Perspektive in der Malerei der Renaissance sowie generell dem Verhältnis von Bildern und Ideen. Gegenwärtig arbeitet er an einer Untersuchung zu den Darstellungen des Odysseusmythos in der italienischen Malerei des 16. Jahrhunderts und dem gleichzeitigen Erscheinen eines neuen Konzeptes kultureller Alterität in der europäischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts.

Hannah Baader (Hg.), Gerhard Wolf (Hg.): Das Meer, der Tausch und die Grenzen der Repräsentation

1966 befasste sich Michel Foucault in einem Radiobeitrag mit den Negationen des Raumes, Gegenorten wie dem über die Meere schwimmenden Schiff, das für ihn zur Heterotopie par excel­lence wird. Das Meer als Archetyp des glatten Raumes, das sich dem gekerbten Raum entgegensetzt, gilt für Deleuze/Guattari als Modell für eine kritische Geschichte räumlichen Denkens. Zwischen 1935 und 1949 erhob Ferdinand Braudel in einem monumentalen historischen Wurf das Meer zum Subjekt der Geschichte, während Carl Schmitt fast gleichzeitig eine Sicht auf die Geschichte vorlegte, die sich aus dem Gegensatz von Land und Meer speist. Hans Blumenberg ist 1979 in einem berühmten Aufsatz der Metapher vom Schiffbruch nach­gegangen und verwies darin auf das Maritime als Daseinsmetapher schlechthin. Damit sind nur einige der theoretischen Modelle genannt, an die sich die Arbeiten von Literaturwissenschaftlern, Historikern, Arabisten und Kunsthistorikern anlehnen, die anlässlich einer Tagung am Kunsthistorischen Institut in Florenz entstanden. Die Beiträge nehmen das Meer als vermeintlich rechtsfreien Raum, die Geschichte der Piraterie und die Medien des Seekrieges genauso in den Blick, wie sie sich dem Meer als dem Reich des epischen Helden schlechthin widmen: der Figur des Odysseus und ihren Transformationen im Zeitalter der Entdeckungen. Sie untersuchen die Repräsentationen des Meeres in der Kartographie; die Motive von Schiffsreise und Schiffbruch; das Toben des Meeres als Toben des Bildes bei Eugène Delacroix; das Phantasma des Eismeeres und seine literarischen wie bildnerischen Manifestationen; das Motiv des fliegenden Holländers und seine historischen Gründe; die Gischt als Zwischenreich der Imagination und schließlich die filmische Verarbeitung des Meeres im italienischen Neorealismus.

Inhalt