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Felicity D. Scott: Bernard Rudofsky. Allegorien nomadischen Wohnens
Bernard Rudofsky. Allegorien nomadischen Wohnens
(S. 129 – 162)

Felicity D. Scott

Bernard Rudofsky. Allegorien nomadischen Wohnens

PDF, 34 Seiten

Die Architekturtheoretikerin Felicity Scott wendet sich dem Einfluss der anthropologischen Darstellungen von nichteuropäischer vernakulärer Architektur zu, aber mit Fokussierung auf eine der einflussreichsten Architekturausstellungen des 20. Jahrhunderts: die von Bernard Rudofsky kuratierte Ausstellung Architecture without Architects (›Architektur ohne Architekten‹) aus dem Jahr 1964 in New York. Die dort gezeigten Schwarzweißfotografien von Zelten, Hausbooten und anderen mobilen Architekturen, aber auch von kommunalen Siedlungsmustern und protoindustriellen Strukturen waren ethnografische Bestandsaufnahme und Architekturprogramm zugleich. Diese Beispiele von beweglicher und/oder spontaner Architektur inspirierten die Architekturdebatten, wobei Rudofsky nicht naiv-affirmativ vorging, sondern ein kritisches Unbehagen an der behaupteten Mobilität der Stadtbewohner artikulierte und die tatsächliche Entwurzelung und Objektivierung dieser Bewohner in modernistischen Stadterneuerungsprojekten und einer modernen und urbanen territorialen Logik kritisierte, die Scott mit den Worten von Guy Debord rückblickend als ›Technologie der Trennung‹ klassifiziert.

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Felicity D. Scott

ist Professorin für Architektur, Direktorin des Ph.D.-Programms für Architektur (Geschichte und Theorie) und Co-Direktorin des Programms Critical, Curatorial and Conceptual Practices an der Graduate School of Architecture, Planning and Preservation der Columbia University, New York. Zu ihren Publikationen zählen: Architecture or Techno- Utopia: Politics After Modernism (2007), Living Archive 7: Ant Farm (2008), Outlaw Territories: Environments of Insecurity/Architectures of Counter-Insurgency (2016) und Disorientations: Bernard Rudofsky in the Empire of Signs (2016).
Karin Krauthausen (Hg.), Rebekka Ladewig (Hg.): Modell Hütte

Die Hütte wird gemeinhin als spontanes und vorläufiges Gebilde verstanden, als eine Improvisation im Außenraum, aus arbiträrem Material gefügt und mit einem klaren Ziel: schnell und mit vorhandenen Mitteln einen abgetrennten Bereich zu konstituieren. So verstanden faltet die Praxis der Hütte den Raum, sie erstellt gewissermaßen eine Tasche oder eine Abteilung in ihm und ermöglicht auf diesem Weg ein relatives Innen in Differenz zu einem Außen. Eine solche temporäre Faltung des Raums kann vielfältige Funktionen haben und etwa als Unterstand, Obdach, Versteck, Lager oder Zuflucht dienen. In jedem Fall wird der Bau nur selten planvoll konstruiert. Die Hütte gründet auf einer kreativen Praxis, die nicht als solche wahrgenommen wird. In der Konsequenz bildet die Hütte keine eigene Kategorie und ist gerade darin beispielhaft: Sie liefert das Modell für die spontane Emergenz von Strukturen, die in der Folge entweder vergehen und damit ephemer bleiben oder aber eine eigene Geschichte in Natur und Kultur begründen. Dieses weit über die Architektur hinausreichende ›Modell Hütte‹ erschließen die geistes- und naturwissenschaftlichen sowie gestalterischen Beiträge des Bandes über eine Vielfalt von Diskursen, u.a. zu Wohnen in the making, Prekäre Räume, Technik des Ephemeren, Kulturelle Urszene, Erweiterte Physiologie sowie Haut und Sein.

 

Mit Beiträgen von Michel Agier, Emily Brownell, Michael Cuntz, Heike Delitz, Elmgreen & Dragset, Michael Friedman, Finn Geipel & Sabine Hansmann, Ulrike Haß, Inge Hinterwaldner, Tim Ingold, Susanne Jany & Khashayar Razghandi, Stephan Kammer, Joachim Krausse, Karin Krauthausen, Rebekka Ladewig, Stephan Pinkau, Luca Rendina, Kathrin Röggla, Anna Roethe, Samo Tomšič, Felicity Scott, J. Scott Turner.

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