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Sven Hirsch: Holographie als messtechnisches Verfahren in der Medizin
Holographie als messtechnisches Verfahren in der Medizin
(S. 59 – 75)

Sven Hirsch

Holographie als messtechnisches Verfahren in der Medizin

PDF, 17 Seiten

Die Holographie ist in der Materialprüfung längst unverzichtbar geworden. Nimmt man auf ein Hologramm eines Objekts ein zweites Hologramm desselben Objekts auf – etwa nachdem man die Temperatur des Objekts geändert oder es einer Belastung ausgesetzt hat –, erzeugen die winzigen Differenzen zwischen den beiden Hologrammen auf dem fertigen Bild deutlich sichtbare Interferenz-Streifen. Mithilfe dieser ›Holo-Interferometrie‹ genannten Technik werden also unsichtbare Spannungen des Materials in Sichtbarkeit überführt. Auf diese Weise erlaubt die Holographie eine anderweitig nicht zu erlangende ikonische Erkenntnis. Da ihre Auflösung nicht durch Linsensysteme, sondern nur durch die Kohärenzlänge des verwendeten Lichtes begrenzt ist, hat die Holographie von allen bekannten Bildtypen die mit Abstand höchste Auflösung. Das prädestiniert sie für den Einsatz als Mess- und Abbildungsmedium in den Naturwissenschaften – aber auch in der Medizin.

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Sven Hirsch

ist Medienkünstler und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich. Als Physiker und Künstler (a.k.a. Sven Mann) beschäftigt er sich mit Holographie, Ästhetisierung der Wissenschaft und mit Multi-Physik Simulation.Wichtige Präsentationen waren unter anderem: Deterritorial Schlingen, eine audiovisuelle Performance mit Thom Kubli (2002); das kinetoakustische Objekt Folterkammer eines geometrisch Geübten (2003) und das Dissertationsprojekt Digital and Analog Hologram Tomography for Medical Applications an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf im Jahre 2007.

Stefan Rieger (Hg.), Jens Schröter (Hg.): Das holographische Wissen

Stefan Rieger (Hg.), Jens Schröter (Hg.)

Das holographische Wissen

Broschur, 200 Seiten

Inkl. Farbtafeln

PDF, 200 Seiten

Die spektakuläre Aufmerksamkeit und fast grenzenlose Verblüffung, die die ›dreidimensionalen Bilder‹ der Holographie auslösten, stehen zu ihrer Rezeptionsgeschichte im Widerspruch. Das Verfahren des ungarischen Ingenieurs und späteren Physiknobelpreisträger Dennis Gabor aus dem Jahr 1948, das zunächst nur als Verbesserung gängiger Elektronenmikroskope geplant war, erreicht das Bewusstsein der Medien- und Bildwissenschaft auf Umwegen und mit einer auffallenden Verspätung. Obgleich in den letzten Jahren verschiedene Geschichten optischer Medien sowie zahlreiche Publikationen zu Fragen der Bildwissenschaft erschienen sind, taucht in keiner dieser Publikationen die Holographie auch nur am Rande auf. Mögliche Antworten auf diesen Befund versucht der vorliegende Band zu geben – nicht zuletzt durch die Positionierung der Holographie in den Bildwissenschaften, in der Ästhetik, in Theorien der Wahrnehmung und in der Wissenschaftsgeschichte. Weil es als Geschichte einer erfolgreichen Umsetzung nicht erzählt werden kann, nimmt dieser Band die Un- und Zufälle, Parallel- und Nebenerfindungen sowie die sonderbare Eigenzeit des Phänomens mit seinen Unterbrechungen und Latenzen in den Blick.