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Katja Diefenbach: Un/vermögende Politik
Un/vermögende Politik
(S. 94 – 109)

Politische Ontologien bei Negri, Agamben und Deleuze

Katja Diefenbach

Un/vermögende Politik
Politische Ontologien bei Negri, Agamben und Deleuze

PDF, 16 Seiten

  • Queer Theory
  • Poststrukturalismus
  • Politik
  • Politische Theorie
  • Feminismus
  • Prekariat
  • Postoperaismus
  • Gemeinschaft

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Deutsch

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Katja Diefenbach

ist Professorin für Kulturphilosophie/ Philosophie der Kulturen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die französische Philosophie und Epistemologie des 20. und 21. Jahrhunderts, unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von Marxismus, Dekonstruktion und Poststrukturalismus, die Wechselwirkungen zwischen europäischer Philosophie- und Kolonialgeschichte sowie die Spinozaforschung. Zu ihren Veröffentlichungen zählen Encountering Althusser. Politics and Materialism in Contemporary Radical Thought (Bloomsbury 2013, hg. mit Sara R. Farris u. a.) sowie das Buch Spekulativer Materialismus. Spinoza in der postmarxistischen Philosophie (Turia + Kant 2018). Sie hat unter anderem an der Merz Akademie, Stuttgart, der Universität der Künste, Berlin, der Humboldt Universität, Berlin, und der Jan van Eyck Akademie, Maastricht, unterrichtet und gehört zum Herausgeberkreis des Berliner Verlagskollektivs b_books.

Isabell Lorey (Hg.), Roberto Nigro (Hg.), ...: Inventionen 1

Das einflussreichste Theoriegefüge des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist in die Jahre gekommen: Entstanden im politischen Kontext und den sozialen Milieus der 1960er und 1970er Jahre, war der »Poststrukturalismus« keine Schule, und seine ProtagonistInnen arbeiteten nicht notwendigerweise zu den selben theoretischen Fragen. Er war vielmehr eine intellektuelle Hoch­konjunktur, die mit tiefgehenden Umformungen der Lebensstile und Wissensformen, mit neuen diskursiven Ordnungen und sozialen Praxen einherging.

Viele seiner bedeutenden AutorInnen, unter ihnen die Theorie-Stars Foucault, Deleuze und Derrida, sind heute nicht mehr am Leben. Umso leichter gelingt es in unterschiedlichen Zusammenhängen, ihre Theoriebildung zu vereinnahmen, zu dekontextualisieren, zu entpolitisieren, nach Jahrzehnten der Hegung an den subkulturellen Rändern politisch zu zerreiben oder im akademischen Mainstream zu verharmlosen.

Der erste Band der Reihe Inventionen präsentiert aktuelle Positionen poststrukturalistischer Theorie und versucht eine Neu­zusammensetzung ihrer Ströme. Deren Basis ist die Wieder­aneignung zentraler Begriffe der zeitgenössischen politischen Philosophie wie Potenzialität, Ereignis, Transversalität oder Assemblage. In der Zusammensetzung dieser Begriffe und der mit ihnen verbundenen Theoreme soll ein erster Schritt getan werden, jenes neue Begriffsgefüge zu entwickeln, das über das Label des »Poststrukturalismus« hinausgeht.

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