Nutzerkonto

Anna Kavan: Eis

Anna Kavan

Eis

Übersetzt von Silvia Morawetz und Werner Schmitz

Broschur, 200 Seiten

Erscheint am 21.10.2019

»In meinem eigenem Land konnte mir nichts zustoßen, und dennoch wuchs meine Unruhe, je weiter ich fuhr. Die Wirklichkeit war für mich immer eine unbekannte Größe gewesen«, konstatiert der männliche Erzähler in Anna Kavans Eis zu Beginn seines ­taumelnden Berichts, während er einer ihm gläsern erscheinenden Frau hinterherjagt und sie in die unendliche Wüste einer postapokalyptischen Eislandschaft treibt. Während die zeitlose Handlung zwischen extrem lebensfeindlicher Realität, fieberhafter Halluzination und brutalen Traumgebilden im gleißenden Licht verschwimmt, schiebt sich der Text wie übereinanderknirschende Eisschollen immer tiefer in das Leserhirn.

 

Ob ­endzeitliche Science-Fiction-Story, Allegorie einer lebenslangen Heroinsucht, ob Verarbeitung persönlicher Traumata oder Zeugnis zutiefst entfremdeten Weltbezugs – wie auch immer die Kritik das Buch zu fassen versuchte: Kavans ­kristalline Prosa zeugt von der zugleich unendlich leeren wie überkomplexen Wirklichkeit eines inneren Kontinents weiblicher Empfindungen von seltener Dimension.

 

Mit dem 1967 kurz vor ihrem Tod publizierten Eis liegt nun erstmals das bekannteste und erfolgreichste Buch dieser Ausnahmeautorin auf Deutsch vor.

  • Autofiktion
  • Literatur
  • Gender
  • Feminismus
  • Körper

Einzigartig... Dieses Eis ist weder psychologisch noch metaphysisch. Eine körperliche Realität, so hallozinogen wie sonst nur bei Coleridge«. (Doris Lessing)

Meine Sprache
Deutsch

Aktuell ausgewählte Inhalte
Deutsch

Anna Kavan

Anna Kavan

begann während der ersten ihrer zahlreichen unglücklichen Ehen zu schreiben und veröffentlichte unter dem Namen Helen Ferguson ihre ersten Romane. Während ihrer zweiten Ehe trug sie den Namen Helen Edmonds bis sie 1930 nach der Veröffentlichung ihres Romans Let Me Alone Namen und Aussehen ihrer eigenen Hauptfigur Anna Kavan annahm. Fast ihr ganzes Leben lang suizidgefährdet und schwerst drogenabhängig, hinterließ sie ein beeindruckendes, von zahlreichen Autorinnen wie Anaïs Nin, Doris Lessing, JG Ballard bis Patty Smith und ­Jonathan Lethem hochgeschätztes Werk.
Zurück