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Tim Etchells: Broken World

Tim Etchells

Broken World
Roman

Übersetzt von Astrid Sommer

Gebunden, 384 Seiten

Tragikomisch, suchterzeugend, innovativ: Kaputte Welten

Der computer- und spielsüchtige Ich-Erzähler, vielleicht Mitte zwanzig, präsentiert sich als Verfasser eines Wegweisers für ein fiktives Online-Spiel, den er für die anderen Spieler fortlaufend als Blog ins Netz stellt. Die Mission ist klar: das Spiel muss glücklich zu Ende gebracht werden, doch der Weg dorthin scheint unmöglich, denn die Spiel-Welt ist irrwitzig detailreich, über­dimensioniert und unüberschaubar komplex. Das Spiel ist daher im eigentlichen Sinne unspielbar, und sein Vorhaben ist ein wahrhaft heroisches Unterfangen…

Dem gegenüber steht die Unfähigkeit des Helden, die eigene, ungleich banalere Existenz auf die Reihe zu bringen. Sein kümmerlicher Job als Aushilfsbäcker bei einem Pizzaservice steht auf der Kippe, die Freundin packt irgendwann endgültig ihre Sachen, ein depressiver Freund verschwindet… das wirkliche Leben lässt sich nicht aussperren und wirkt sich erst lästig, dann mehr und mehr verstörend auf den Fortgang der Erzählung aus. Der Bewusstseinsstrom des Erzählers drängt sich ins Schreiben, und der Spiele-Blog wird mehr und mehr zum Tagebuch. Hinzu ­kommen die Unzulänglichkeiten des Mediums: Hard- und Software fallen abwechselnd aus, die mit Cola verklebte Tastatur blockiert, Rechner­abstürze bremsen den Fortgang, während der Leser sich selbst bei dem Wunsch ertappt, noch länger im Spiel zu bleiben, das immer erfindungsreicher, immer phantastischer wird. In kurzen, rasch vorantreibenden Kapiteln zieht Tim Etchells den Leser in seine Geschichte und lässt ihn bis zum Schluss mitfiebern am Schicksal eines ganz normalen Losers, dem sein Leben unter den Händen zerfällt.

»Broken World« liest sich tragikomisch, spannend, mit­reißend und witzig – und ist sprachlich zugleich innovativ und anspruchsvoll. Virtuos verwandelt sich Etchells den sprachzerschreddernden Jargon der Netzcommunity an: äußerst kreativ und zugleich symptomatisch für eine rund­herum brüchige Welt. Ein intelligenter, hoch aktueller Roman über die Verwechslung von Virtualität und Realität.

  • Computer
  • Computerspiele
  • Internet

»Tim Etchells versteht es, auf beeindruckende Weise Virtuelles und Reales zu vermengen, seinen Protagonisten in zwei Welten leben zu lassen und dem Leser davon mehr als nur eine Ahnung zu vermitteln. Ein vielschichtiger, aktueller Roman über unser Leben in einer Computer-Welt.« Literaturkurier

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Tim Etchells

Tim Etchells

arbeitet als Theaterautor und Performer, Regisseur und Schriftsteller. Einem breiten Publikum ist er vor allem durch seine Arbeit mit der Performance-Gruppe »Forced Entertainment« bekannt, die er 1984 gründete: eines der einflussreichsten Theaterprojekte der letzten Jahrzehnte. Daneben erschloss sich Etchells andere künstlerische Ausdrucksformen als Schriftsteller (»Endland Stories« erschien erstmals 1999, im Jahr 2001 folgte »Dictionary for the Modern Dreamer«) und Performance-Künstler. Tim Etchells lebt im nordenglischen Sheffield und in New York.

Weitere Texte von Tim Etchells bei DIAPHANES

»Wegen der endlosen Nächte harter Arbeit, die ich in das Spiel gesteckt habe, bin ich jetzt offiziell wahnsinnig.«

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