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»Zürich liest Theorie«

11.02.2020, 20:00
Theater Neumarkt, Neumarkt 5, 8001 Zürich

Über den Verlauf der gesamten Spielzeit lesen das Neumarkt-Team, Michael Heitz und interessierte Zürcher*innen ausgewählte Theorietexte. Die Reihe ermöglicht den Dialog über theoretische Texte und in der Kunst-und Theaterwelt angesiedelte Themen.

 

Diesmal: »Aisthetik der Müdigkeit« von Fabian Goppelröder.

 

Wir bekämpfen sie, tagtäglich, mit Koffein oder Wellness, Disziplin oder kalter Dusche: Müdigkeit ist ein uns bestens bekanntes Symptom unserer schlaf- und rastlosen Gesellschaft. Müdigkeit – ein Defizit? Der Philosoph und Kulturtheoretiker Fabian Goppelsröder plädiert dafür, die Müdigkeit wiederzugewinnen, als Alternative zum Optimierungswahn des 24/7. Er proklamiert eine Idee von Müdigkeit als Bereicherung, als intensive Welterfahrung, die Erfahrungen der Fülle, des Schmerzes, der Faszination möglich macht. Wir suchen also die gedankliche Rehabilitation des müden Blicks, eine »Aisthetik der Müdigkeit«.

 

https://www.theaterneumarkt.ch/programm/zuerich-liest-theorie

Fabian Goppelsröder: Aisthetik der Müdigkeit

Fabian Goppelsröder

Aisthetik der Müdigkeit

Broschur, 144 Seiten

PDF, 144 Seiten

In einer Zeit, in der Aktivität und Leistung alles bedeuten, da power naps und polyphasischer Schlaf die Nachtruhe optimieren sollen, Klartraumtechniken Ressourcen zur Verbesserung körperlicher und geistiger Effizienz kolonisieren, lässt sich – so scheint es – für die Müdigkeit kaum noch argumentieren. Das Sensorium für ihre Fülle ist durch all den Optimierungsdruck verkümmert. Der Imperativ des 24/7 hat es anästhesiert. Dabei geht es heute, so der Ansatz des vorliegenden Buches, mehr denn je darum, ihre besondere Aisthetik wiederzuent­decken, den Sinn für die ihr eigenen Zwischen­zustände des Ungeformten und Nichtkategorisierbaren zu wecken.