Die Publikation befasst sich mit verschiedenen Formen der Unverfügbarkeit von Bildern im Libanon und in Israel/Palästina: mit Filmen und Fotografien, die aus politischen Motiven oder aufgrund von historischen Entwicklungen dem Sehen entzogen wurden, materiell ungreifbar oder inexistent sind (zensiert, zerstört, ungemacht, nicht fertiggestellt etc.).
Im Fokus der Auseinandersetzung stehen aktuelle Filme und andere künstlerische Projekte, die sich auf die Spuren dieser Bilder begeben und unterschiedliche ästhetische Praktiken erproben, um in ihre Unverfügbarkeit zu intervenieren, indem sie mit ihrer Unverfügbarkeit arbeiten und Potenzialitäten ins Feld führen. Das Wirklichkeitsverständnis dieser Projekte ist dabei nicht repräsentationspositivistisch, sondern setzt auch Schichten des Unsichtbaren als real und wirklichkeitskonstitutiv voraus. Untersucht wird, in welche anderen Modi (oder auf welche Metaebenen) unverfügbare Bilder überführt werden, wenn filmisch-künstlerische Interventionen sie neu verorten, rediskursivieren und reaktivieren.