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Olivier Razac: Politische Geschichte des Stacheldrahts

Olivier Razac

Politische Geschichte des Stacheldrahts
Prärie, Schützengraben, Lager

Übersetzt von Maria Muhle

Broschur, 104 Seiten

Stacheldraht: Instrument der Beherrschung von Mensch und Raum

Um drei historische Zeitabschnitte – die Ausrottung der nordamerikanischen Indianer, den ersten Weltkrieg, das Konzentrationslager der Nazis – gruppiert der junge Philosoph Olivier Razac seine ebenso faszinierende wie beklemmende Studie über den Stacheldraht, die bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Entwickelt wurde der Stacheldraht im 19. Jahrhundert: Die Kolonisatoren des nordamerikanischen Westens gebrauchten ihn gleichsam als zivilisatorische Waffe zum Schutz der Rinderherden vor wilden Tieren und Indianern sowie zur Trennung und Aufteilung des Raumes, um Besitzansprüche zu markieren und durchzusetzen. Ebenso billig und einfach in der Herstellung wie gering an Gewicht war der Stacheldraht von Beginn an ein überaus nützliches und effizientes Instrument der Abgrenzung und Abwehr, was zu seinem massiven militärischen Einsatz führte: Stacheldrahtverhaue markierten das unzugängliche Niemandsland zwischen den Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Die Verwaltung des Raumes durch den Stacheldraht erreicht schließlich mit dem Konzentrationslager ihre grauenvollste Gestalt. Als Instrument totalitärer Macht dient er der absoluten Beherrschung menschlicher Existenz und zieht die Linie zwischen Leben und Tod. In Anlehnung an Foucault und Agamben legt Razac prägnant und einleuchtend die Mechanismen von Einschluss und Ausschluss, Schutz und Gewaltanwendung bloß, in deren Rahmen der Stacheldraht die politische Beherrschung des Raums und der Menschen ermöglicht. Eine gerade Linie zeichnet sich ab, die bruchlos von der amerikanischen Prärie über die Mandschurei, Verdun, Dachau bis nach Guantanamo und vor die Schutzwälle der heutigen Ersten Welt führt.

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  • Krieg

»Es bräuchte mehr Bücher dieser Art.« Berliner Zeitung

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Olivier Razac

Olivier Razac

ist Philosoph und lehrt an der Universität Paris VIII. Sein Hauptinteresse gilt den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Biomacht und Biopolitik, den Mechanismen von Ausschluss und Integration.

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