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Egon Erwin Kisch: Karl Marx in Karlsbad

Egon Erwin Kisch

Karl Marx in Karlsbad

Mit einem Vorwort von Sezgin Boynik

Mit einem Nachwort von Sam Dolbear und Hannah Proctor

Broschur, 128 Seiten

Erscheint am 22.02.2027

Charles Marx, Privatier aus London

Körperlich leidend, seit Jahren überanstrengt und höchst nervös sucht und findet ein gewisser Charles Marx, Privatier aus London, in drei aufeinanderfolgenden Besuchen von 1874–1876 im mondänen Karlsbad Erholung. Gezielt observiert von der Prager Statthalterei unternimmt der Führer der internationalen Arbeiterbewegung ausgedehnte Spaziergänge in die nahen Bergwaldungen und pflegt die mürbe Leber mit matter Abstinenz. Nur wenig Gesellschaft und die liebvolle Hilfe seiner Tochter Tussy lassen ihn schnell Kräfte sammeln. Selbstverständlich wünscht keine der Wiener Exzellenzen einen Kontakt mit dem Gast, um mit ihm die soziale Frage zu erörtern, dafür wirft der Tratsch im Allgemeinen Deutschen Bade-Journal Der Sprudel ein umso durchdringenderes Licht auf die historische Bedeutung des Gastes in trockener Kulisse.

 

Egon Erwin Kisch, der rasende Reporter und Kommunist, entwirft auch in einem seiner letzten Texte eine funkelnde Collage aus nachgereisten Zeugenberichten, bissigen Gesellschaftsskizzen, aufgespiestem Schmäh und einem unverkennbar empathischen Erzählen. Als gewiefter Schnüffler in den Karlsbader Archiven und engagierter Chronist einer untergegangenen Zeit setzt er Marx ein sehr menschliches Denkmal.

  • Reportagen
  • New journalism
  • 19. Jahrhundert
  • Karl Marx
  • Kommunismus

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