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Pierre Guyotat: Idiotie

Pierre Guyotat

Idiotie

Übersetzt von Anne Krier

Gebunden, 240 Seiten

Erscheint am 09.12.2019

Prix Médicis 2018

In seinem neuesten, gleich drei Mal prämierten Buch, umkreist Pierre Guyotat sein ­vom Algerienkrieg gezeichnetes Leben zwischen seinem 19. und 22. Lebensjahr. Die schmerzvolle, mit der Flucht nach Paris ­vollzogene Befreiung vom Vater mündet unmittelbar in die Einberufung zur Armee. Die Konfrontation mit militärischem Drill, dumpfer Schikane und Sadismus und die wegen Ungehorsams auferlegte Inhaftierung wirft den jungen Mann zurück auf grundlegende Erfahrungen.
Mit großer Sympathie für den Freiheitsjubel der algerischen Bevölkerung protokolliert Guyotat die Niederlage und den Rückzug der französischen Armee. Der junge Mann erlebt den aufzehrenden Materialtross zurück nach Frankreich als ebenso stumpfe wie luzide Zeit. Zurück im Paris des Jahres 1962 erwartet ihn wie viele seiner Generation Hunger und Verlassenheit, dem nur der Glaube an die Kunst etwas entgegensetzen kann.
Nachdem im Jahr 1967 Claude Simon aus Protest gegen die Nichtberücksichtigung von Guyotats Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten die Jury des renommierten Prix Médicis verließ, wurde ihm der Preis nun über 50 Jahre später für Idiotie zu­ge­sprochen.

  • Sexualität
  • Algerien
  • Krieg
  • Idiotie
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Pierre Guyotat

Pierre Guyotat

gilt als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur. Seit früher Jugend schriftstellerisch tätig, veröffentlichte er 1961 seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken »Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten« und »Eden Eden Eden«, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheimfiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk »Koma« zurück in die Öffentlichkeit. Seine zahlreichen seither erschienenen Werke zeugen von großem Stilreichtum und unermüdlicher Arbeit an der Literatur.

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