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Zeichnen aus Protest: Victoria Lomasko

Die Reihe »Zeichnen aus Protest« porträtiert weltweit Karikaturistinnen, die mit ihren Zeichnungen den Finger in die Wunde legen und für eine starke Rolle der Frauen, für Gendergerechtigkeit und gegen Unterdrückung kämpfen. Jede Folge gewährt Einblicke in die Welt einer der Künstlerinnen, die sich trotz Zensur, drohender Gefängnisstrafen und persönlicher Anfeindungen mit ihrem mutigen politischen Engagement den Herausforderungen ihres Landes stellen. 

 

Teil 3 widmet sich der Künslerin Victoria Lomasko, die seit zehn Jahren das Russland unter Präsident Putin dokumentiert und versucht zu verstehen, warum häusliche Gewalt und staatliche Gewalt so eng miteinander verknüpft sind. 2022 flieht sie aus ihrem Land, um ihr bisher ehrgeizigstes Projekt anzugehen: eine Wandmalerei mit einer Darstellung der Ereignisse, die auf die Demos im Winter 2021 folgten.

 

Bis 11.04. in der arte-Mediathek:

https://www.arte.tv/

Victoria Lomasko

Victoria Lomasko

ist eine russische politisch aktive Künstlerin, die bis März 2022 in Moskau lebte. Sie hat an der Staatlichen Universität für Grafik und Druckkunst in Moskau studiert und das Studium in Druckgrafik abgeschlossen. 2018 wurde ihr Buch Other Russias (Die Unsichtbaren und die Zornigen) mit dem Pushkin House Prize ausgezeichnet und vom Guardian als eines der fünf besten Bücher zum Verständnis des gegenwärtigen Russland beschrieben. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen auf der ganzen Welt gezeigt. Zuletzt war sie Gast der documenta 15 und ihre Einzelausstellung The Last Soviet Artist war im Santa Giulia Museum in Brescia zu sehen.
Victoria Lomasko: Die letzte sowjetische Künstlerin

Victoria Lomasko

Die letzte sowjetische Künstlerin

Broschur, 288 Seiten

PDF, 288 Seiten

In Armenien, Georgien und Kirgistan, in den russischen Teilrepubliken Dagestan und Inguschetien, in Belarus und Russland begibt sich Victoria Lomasko mit ihren Reisereportagen auf die Suche danach, was aus dem sowjetischen Erbe geworden ist. Sie verbindet dabei äußere Ereignisse mit persönlichen Empfindungen und Kommentaren und beschreibt die gesellschaftlichen Transformationsprozesse in den ehemaligen Sowjetrepubliken: den Kampf für die Rechte von Frauen und LGBTQ-Personen in zutiefst patriarchalen Gesellschaften, die schmerzhaften Nachwirkungen ethnischer Zwangsumsiedlungen unter Stalin, den finalen Wandel von Putins totalitärem Regime zu einer Diktatur. Durch ihre einzigartige künstlerische Form des Dokumentierens führt Lomasko Wahrnehmung und Erfahrung zusammen und erzeugt so Bilder für eine ungesehene Gegenwart, über die derzeit vielleicht nur im anonymisierenden Medium der Zeichnung adäquat berichtet werden kann.