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Yves Netzhammer: »Selbstgespräche nähern sich wie scheue Rehe«

04.03.2017 - 23.04.2017
LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, 48143 Münster

Installation im Lichthof des LWL-Museums für Kunst und Kultur

 

Yves Netzhammer entwickelt eigens für den Lichthof eine raumgreifende Installation. Mittels Videoprojektionen, zeichnerischen und bildhauerischen Elementen schafft er ein Gefüge, das den Innenhof und seine umlaufenden Gänge in einer Erfahrungsebene zusammenführt.

Netzhammers bühnenartige Einbauten können einem Parcours gleich von den Besuchern betreten werden. Dort tauchen sie in eine physisch reale doch zugleich fiktionale Welt ein. In den computeranimierten Videosequenzen inszeniert Netzhammer einen Protagonisten, der als Projektionsfläche für Emotionen und Erlebnisse dient. Immer wieder taucht eine geschlechtslose Gliederpuppe ohne individuelle Eigenschaften auf, die allgemeine Wesensmerkmale des Menschen trägt. So befragt er das Verhältnis von Körpern zum Raum und schafft ein vielschichtiges Feld für Auseinandersetzungen. Die Wahrnehmung von Dingen, ihrer Umgebung und dem Menschen darin wird zu einer spezifischen Erfahrung von Zeit und Dasein in der Welt.

 

www.lwl.org

Yves Netzhammer

(*1970) lebt und arbeitet in Zürich. Souverän verschränkt er in seinen Arbeiten die Raum- und Zeitmedien Bewegtbild und Text, Animation und Skulptur, Installation und Zeichnung. Als Künstler im Grenzbereich von Computerkunst, Video, Animation, Zeichnung, Skulptur und Multimedia hat er sich ein internationales Renommee erworben. Immer wieder liefert er Bildbeiträge für verschiedene Magazine und Tageszeitungen. Im Jahr 2007 zeichnete er für den Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig verantwortlich. Ausstellungen der letzten Zeit (Auswahl): Arnolfini, Bristol; MONA, Tasmanien; Kunstmuseum Bern; Palazzo Strozzi, Florenz; Kunsthalle Winterthur, SFMOMA, San Francisco, USA.

Yves Netzhammer: Concave Thoughts

Digitale Zeichnungen grundieren das vielschichtige Werk des Schweizer Künstlers Yves Netzhammer von Anfang an: im leeren, gravitationslosen Raum gezogene Linien, die ein Denken in Figuren ebenso ins Bild setzen wie Figuren des Denkens – bizarr, komisch, unheimlich. Linien und Flächen lassen aus Dingen Wesen hervorsprießen, Figuren werden in fortgesetzten Gestaltwechseln überhaupt erst kenntlich, Lebendes wird zu Apparaten, Köpfe mutieren zu Räumen, an Drähten reihen sich Parallelwelten auf wie Perlen.
Vordergründig ohne Spuren handwerklicher Individualität, offenbaren sich in den am Computer generierten Zeichnungen die Widersprüche zeitgenössischer, medial subvertierter Autorschaft und Subjektivität. Netzhammers ebenso raffinierte wie präzise Bildrhetorik eröffnet ein subtiles Spiel, das dem Betrachter jede Lesart erlaubt und ihm diese sogleich widerlegt. So entstehen Kippbilder, in denen je nach Blickwinkel Komplexität und Leichtigkeit, formale Strenge und gedankliches Wuchern in den Vordergrund treten.


»Concave Thoughts« ist ein eigens konzipierter Buchraum, ein Taschenuniversum für Denker und Sinnierer, ein Vademecum, Logbuch, unendliches Storyboard einer Kunst auf der Höhe und in den Untiefen ihrer Zeit.

Ausgabe mit 32 verschiedenen Covern. 3200 unterschiedliche Zusammenstellungen von 32 Druckbögen mit jeweils 16 Seiten.