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Harald Haferland: Canossa und andere Gelegenheiten
Canossa und andere Gelegenheiten
(S. 29 – 60)

Paradoxien und Dilemmata des Ausdrucks in Kultur und Literatur des Mittelalters

Harald Haferland

Canossa und andere Gelegenheiten
Paradoxien und Dilemmata des Ausdrucks im Mittelalter

PDF, 32 Seiten

Da das Mittelalter Gesellschaft noch ohne funktional ausdifferenzierte Institutionen, technische Medien und generalisierte Interaktionsmedien konstituiert, liegt auf der Kommunikation unter Anwesenden ein besonderes Gewicht. Daneben tragen Briefe einen Teil der gesellschaftlichen Organisation. Sowohl eine ›Rhetorik‹ des Ausdrucksverhaltens wie auch die Briefrhetorik sind aber nicht belastbar: Sofern sie unter Druck geraten, Aufrichtigkeit zur Vertrauensbildung unter Beweis zu stellen, zeitigen sie Paradoxien und Dilemmata, da sich zur Oberfläche des Ausdrucksverhaltens keine entlastende Metaebene bilden lässt. Reflexe dessen finden sich noch in der zeitgenössischen Literatur.

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Harald Haferland

ist seit 2005 Professor für Ältere deutsche Literatur und Sprache am Institut für Germanistik der Universität Osnabrück. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Mündlichkeit im Mittelalter, Kognitive Anthropologie und Historische Narratologie.

Christina Lechtermann (Hg.), Stefan Rieger (Hg.): Das Wissen der Oberfläche

An Oberflächen gewinnen ganze Wissensordnungen Kontur. Dieser Befund ist erstaunlich, steht doch der langen Geschichte praktischer Oberflächengestaltung eine semantische Tradition gegenüber, die der Oberfläche mit ausgesprochener Geringschätzung begegnet. Der Band stellt in epochenübergreifender Perspektive die historisch sich wandelnden Konzepte sowie die epistemische Valenz der Oberfläche zur Diskussion. Dabei sollen unterschiedliche Wissensfiguren in Vormoderne und Moderne ebenso in den Blick geraten wie konkrete Umgangsformen und Praxen, die mit der Oberfläche verbunden sind.

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