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Andreas Gelhard: Kritik der Kompetenz

Andreas Gelhard

Kritik der Kompetenz

Broschur, 176 Seiten

Prüfen, messen, testen: zur Kritik der Kompetenz

Testing for competence rather than for intelligence – dieser Titel David McClellands stand zu Beginn der 70er Jahre für eine scharfe Kritik an der These von der »angeborenen« Intelligenz, die mit psychologischen Mitteln soziale Ungleichheiten zementiert. Seitdem ist der Begriff der Kompetenz zum Kassenschlager einer psychologischen Industrie geworden, die privates Lebensglück, soziale Sicherheit und beruflichen Erfolg unterschiedslos auf die Ausbildung entsprechender Kompetenzen zurückführt. Das neue Testing Movement verkauft »Kompetenzkapital« als Wettbewerbsvorteil und empfiehlt sich als Begleiter auf dem Weg in die »Kompetenzgesellschaft«.

Eine Kritik, die auf diese Situation mit einem »Ja, aber« reagiert und hofft, aus den Techniken der Personalentwicklung Kapital für die eigene Persönlichkeitsentfaltung schlagen zu können, wiederholt letztlich nur die Marketingversprechen der Psychoindustrie. Sie verzichtet auf die Möglichkeit, »in eigener Person zu sprechen«, die nach Kant den »öffentlichen Gebrauch der Vernunft« kennzeichnet. Um diese Möglichkeit offen zu halten, bedarf es einer Analyse der gegenwärtigen Situation, die zugleich durch eine Ausweitung informeller Prüfungssituationen in zahlreichen Gesellschaftsbereichen und einen Boom auf dem Gebiet standardisierter Testformate gekennzeichnet ist.

  • Gesellschaft
  • Ethik
  • Kompetenzmessung
  • Verantwortung
  • Michel Foucault
  • Kant
  • Pädagogik
  • Subjektivierung
  • Psychologie
  • Psychotechnik
  • Hannah Arendt
  • Testing Movement

»Mit Gelhards Kritik der Kompetenz meldet sich die Philosophie als kritische Wissenschaft in einem Feld zurück, das sie längst geräumt zu haben schien, im Feld der historisch gesättigten Psychologiekritik nämlich. Es ist zu hoffen, dass weitere überzeugende Forschungsbeiträge dieser Art folgen.« Ludger Fittkau, Journal für Phänomenologie

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Andreas Gelhard

Andreas Gelhard

war von 2001 bis 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, 2007–2009 Wissenschaftslektor im Suhrkamp Verlag und ist seit 2009 wissenschaftlicher Leiter des Forums interdisziplinäre Forschung und wissenschaftlicher Mitarbeiter am philosophischen Institut der TU Darmstadt. 2010 wurde ihm der Karl Jaspers-Förderpreis der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg verliehen.

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Ich lerne, um mehr Verantwortung übernehmen zu können.
Ich lerne, um mehr Geld verdienen zu können.
Ich lerne, um mehr Anerkennung zu erhalten.
Ich lerne, um bessere Aufstiegschancen zu haben.
Ich lerne, um mich selbständig zu machen.
Ich lerne, um neue Aufgaben übernehmen zu können.
Andere Absicht: …………………………
 

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