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Pierre Guyotat: Herkunft

Pierre Guyotat

Herkunft

Übersetzt von Heinz Jatho

Gebunden, 240 Seiten

ePub

Herkunft berichtet von der sinnlichen, emotionalen, geistigen Formung eines Kindes, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in einem Dorf im Südosten Frankreichs in eine alte, katholische Familie ohne Vermögen geboren wurde. Wie die meisten seiner Bücher hat Pierre Guyotat es nahezu vollständig im Indikativ Präsens geschrieben. Die Gefühle, die Fragestellungen, die Gedanken sind die eines Kindes, das nicht aufhört, seine Angehörigen zu befragen, dann die eines Heranwachsenden, der mit vierzehn Jahren zu schreiben beschließt – doch die Ideen, die Überzeugungen, die Konflikte, die sich darin manifestieren, sind die seiner Umgebung, seiner Zeit, seines Orts.
Mit Herkunft lernen wir Pierre Guyotat als genauen Chronisten der von Vernichtung, Besatzung und Widerstand geprägten Kriegsjahre wie als feinfühligen Genealogen der eigenen Schriftstellerexistenz kennen. In einem Stil von intimer Klarheit werden wir Zeugen einer bei aller materiellen Bescheidenheit affektiv äußerst reichen Kindheit.

  • Frankreich
  • Jugend
  • Besatzungszeit
  • Erinnerung
  • Kindheit
  • Urszene
  • Nachkriegszeit
  • Autobiographie

»Sprachlich: Kunst hoch 180. Inhaltlich: ein wirkliches Leben. Kurz: ein Hammer von Buch.« Cord Riechelmann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

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Pierre Guyotat

Pierre Guyotat

gilt als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur. Seit früher Jugend schriftstellerisch tätig, veröffentlichte er 1961 seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken »Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten« und »Eden Eden Eden«, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheim fiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk »Coma« zurück in die Öffentlichkeit. Seine zahlreichen seither erschienenen Werke zeugen von großem Stilreichtum und unermüdlicher Arbeit an der Literatur.

Weitere Texte von Pierre Guyotat bei DIAPHANES

»Als Kind sind wir zu klein von Gestalt, um uns vorzustellen, was wir nicht sehen; wir füllen diesen versteckten Raum nicht mit Bauten und Flächen aus, sondern bevölkern sie mit lebendigen Szenen. Der Raum entfaltet sich noch nicht, ein Kind stellt sich eher das Dahinter der Dinge vor, die Leere, in der sie ruhen, als die Einzelheit ihrer Fülle…«

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