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Sylvia Sasse, Sandro Zanetti: 1834
1834
(S. 425 – 437)

Sandro Zanetti, Sylvia Sasse

1834
Maximilian Langenschwarz und die Kunst, sich selber Steine in den Weg zu legen

PDF, 13 Seiten

Im Zentrum des Beitrags steht die improvisatorische Praxis von Maximilian Langenschwarz, der in seiner Schrift Die Arithmetik der Sprache von 1834 gleichzeitig eine Theorie der Improvisation entwickelt. Erörtert wird, wie Langenschwarz Improvisation denkt, wie er sie praktiziert und wie seine Improvisationen in der Öffentlichkeit, dokumentiert durch Zeitungsberichte, wahrgenommen werden. Die bewusste Provokation von Störungen der eigenen Improvisationen gehört dabei zum integralen Bestandteil von Langenschwarz’ Improvisationspraxis. Rekonstruiert wird die Strategie, mit der Langenschwarz das Begehren der zunehmend tagesaktuell berichtenden Presse zu stimulieren weiß und wie er selbst in seinen Schriften dazu beizutragen versucht, die eigenen Fähigkeiten, aber auch seine Schwächen konzeptuell zu nobilitieren.

  • Produktionsprozess
  • Zufall
  • Kontingenz
  • Dilettantismus
  • Literaturwissenschaft
  • Erfindung
  • Performanz
  • Entwurf
  • Autorschaft
  • Produktionsästhetik
  • Idee

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Deutsch

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Sylvia Sasse

studierte Slawistik und Germanistik in Konstanz und St. Petersburg (1990–1996). 1999 wurde sie an der Universität Konstanz promoviert. Im Anschluss an ihre Lehr- und Forschungstätigkeit an der Freien Universität Berlin (1999–2001), dem Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (Berlin) und der UC Berkeley, habilitierte sie am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der FU Berlin. Darauf folgte eine Gastprofessur am Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2009 ist sie Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Zudem ist sie Mitbegründerin des ZKK (Zentrum für Künste und Kulturtheorie), Mitglied des ZGW (Zentrum Geschichte des Wissens) und Mitherausgeberin von »Geschichte der Gegenwart« (www.geschichtedergegenwart.ch).

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Sandro Zanetti

Sandro Zanetti

ist Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Er studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Basel, Freiburg im Breisgau und Tübingen. Nach Forschungs- und Lehrtätigkeiten in Frankfurt am Main, Basel, Berlin und Hildesheim leitet er seit 2011 das Seminar bzw. die Abteilung für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Produktionsästhetik, der Werktheorie, der Improvisation sowie der Poetik der (Un-)Wahrscheinlichkeit.

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Sandro Zanetti (Hg.): Improvisation und Invention

Wenn eine Kultur etwas als Erfindung akzeptiert, dann hat dieses Etwas bereits den Status einer Tatsache erhalten, die vorhanden ist und auf ihren Nutzen oder auf ihre Funktion hin befragt werden kann. Was aber geschieht davor? Wie gewinnt das Erfundene Wirklichkeit? Wie in der Kunst, wie im Theater, wie in der Literatur und Musik, wie in der Wissenschaft? Und mit welchen Folgen? Die Beiträge in diesem Band beschäftigen sich alle mit einem Moment oder einem bestimmten Modell der Invention. Ausgehend von den jeweils involvierten Medien wird der Versuch unternommen, diese Momente und Modelle zu rekonstruieren. Um etwas über die entsprechenden Inventionen in Erfahrung bringen zu können, werden diese als Ergebnisse oder Effekte von Improvisationsprozessen begriffen: Improvisationen in dem Sinne, dass von einem grundsätzlich offenen Zukunftsspielraum ausgegangen wird, gleichzeitig aber auch davon, dass es ein Umgebungs- und Verfahrenswissen gibt, das im Einzelfall beschrieben werden kann.

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