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Gesellschaftsvertrag und rote Farbe in Godards »Week-end«

Ute Holl

»Ich kann beim besten Willen kein Blut sehen«
Gesellschaftsvertrag und rote Farbe in Godards »Week-end«

PDF, 24 Seiten

Im Beitrag von Ute Holl steht zur medialen Disposition eine Politik der Bilder, die buchstäblich als Frage danach gestellt wird, wie viel Blut(-Ersatz) ein Gesellschaftskörper braucht, um als Ganzes mit Gemeinsinn aufzutreten. Jenseits der religiösen und politischen Heilsgeschichte macht Godards Einsatz der roten Farbe in Week-end die Geschichtlichkeit und Technizität des Farbfilms evident und überführt den Gesellschaftsvertrag Rousseaus in eine Politik des Blicks und seiner Störung.

  • Nouvelle Vague
  • Film
  • Farbe

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Ute Holl

Ute Holl

ist Professorin für Medienwissenschaft an der Universität Basel. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Medienästhetik und Wahrnehmungstheorien, mediale Anthropologie und experimentelles Kino, sowie Kinosound und Elektroakustik. 

Weitere Texte von Ute Holl bei DIAPHANES
Anja Lauper (Hg.): Transfusionen

Seit der frühen Neuzeit erfuhr die Rede vom Blut wiederholte Umcodierungen: transformiert sich das christliche Blut des Erlösers nach 1600 zum physiologischen Träger des Lebens, so markiert 1800 das historische Datum, an dem es vom sozialen Unterscheidungsmerkmal zum Objekt eines Wissens vom Leben avanciert. Im Dispositiv der Bio-Politik wird das Blut zum Lebenssaft des biologischen wie des politischen Körpers.

Der Diskurs des Blutes wird von den verschiedensten Medien produziert, in Umlauf gebracht und reguliert, oder aber er wird selbst zum Medium. Die Momente des Übergangs, die Transfusionen zwischen verschiedenen Wissenskreisläufen, zwischen Kunst und Literatur, Ökonomie und Lebenswissenschaften sind das Thema des vorliegenden Bandes.

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