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Literatur

Born too late to see the war, too soon to forget it.
Born too late to see the war, too soon to forget it.

Reiner Schürmann

Origins

"This is a book about the power that a past War holds over a German growing up in the 1950s and 1960s: born too late to see that war and too early to forget it. The narrative shows how painfully public events — the shadows, rather, of events gone by — intrude upon a life and shape it. The English translation appears at a moment when most of the key issues have radically changed. Germany has signed what amounts to a...
  • Autobiographie
  • Emigration
  • Erinnerung
  • 1968
  • Homosexualität
Tom McCarthy

I’m not really sure what is and what isn’t theory.

Elisabeth Bronfen

Tom, our idea here was that you would give us a little insight into how you find your themes, how you use theory for your texts.

 

T.MC.

I’m not really sure what is and what isn’t theory. I don’t really know where theory stops and fiction begins. If you take someone like, for example, Derrida: half of The Post Card is basically an epistolary novel; it’s fiction, there are characters, there is a character speaking to another character—even while he’s conducting a “theoretical” analysis of Heidegger. I think it’s very hard to pin down that border-line between it being theory/fiction or not theory/fiction. So theory wouldn’t just be a reflection on something else which is somehow more integral; it’s more fluid than that.

A figure like Lévi-Strauss is just wonderful in this respect: Tristes Tropiques is one of the most brilliant books and it’s much better as literature than almost all of...

  • Literaturwissenschaft
  • Fiktion
  • Literatur
  • Gespräch
  • Moderne
Maria Zinfert
“With a woman like that you can even live in ­Berlin”

“With a woman like that you can even live in ­Berlin”

  • Geschichte der Fotografie
  • Paris
  • 20. Jahrhundert
  • Fotografische Bilder
  • 1930er Jahre
  • Archiv
  • Siegfried Kracauer
  • Biographie
  • Porträt
  • Fotografie
  • Exil
  • 1950er Jahre
  • Sammlung
Neuerscheinungen
Simon Critchley: Gedächtnistheater
Georges Perec: Die dunkle Kammer
Frédéric Morlot, Anne-Margot Ramstein: Albert Einstein's Bright Ideas
Yan Marchand, Vincent Sorel: Diogenes the Dog-Man
J.G. Ballard: Betoninsel
Jochen Beyse: Fremd wie das Licht in den Träumen der Menschen

 

Themen
Tilmann Buddensieg

Zu Nietzsches zwei Venedig-Gedichten

Mein venezianischer Freund Vitale Zanchettin hat auf meine Bitte hin nachgefragt und im stattlichen Haus zwischen dem Fondaco dei Tedeschi und der Rialto-Brücke einen Restaurantbesitzer angesprochen. Er hat spontan von Familienerinnerungen an Nietzsche berichtet. Die Trattoria ist seit Generationen in Familienbesitz. Die Großmutter des heutigen Eigentümers konnte sofort das Zimmer zum Canal Grande und das Fenster zum Ponte Rialto aus Erzählungen der Eltern identifizieren. Das Zimmer Nietzsches im Mezzanin, zweites Fenster von links, ist heute die Küche der Trattoria mit dem Namen „Dal Buso“. Das ist ein obszönes venezianisches Dialekt-Wort für Loch und erinnert drastisch an das Kurtisanen-Viertel, in dem Nietzsche dieses Gedicht schuf.

  • Nietzsche
  • Literaturwissenschaft
  • Poesie
  • Venedig

 

»Es begann am Arsch der Welt.«
»Es begann am Arsch der Welt.«

Louis Calaferte

Requiem für die Schuldlosen

Ich meine immer noch Ledernacht zu hören, den alten deutschen Juden, wie er behauptet, Christus sei nicht gekreuzigt, sondern mit Schuhabsätzen zermatscht worden, wodurch jegliche Wiederauferstehung ziemlich unwahrscheinlich werde. Sobald er betrunken war, rief er von einem Ende der Straße zum anderen, von einem Ende des Viertels zum anderen seine Überzeugung heraus: Seine Stimme brauchte nur eine Oktave oder zwei höher zu steigen, und schon konnte man ihn in allen vier Himmelsrichtungen hören. Genauso aufrichtig wie Christus selber. Aber immer nur,...
  • Gewalt
  • Armut
  • Autobiographie
  • Erinnerung
  • Jugend
Stefan Zweifel

Macht und Ohnmacht der Literaturkritik

Der Autor kuschelt sich wie der Neurotiker auf der Couch und kuscht […]. Husch, husch ins Körbchen, sagt der Analytiker zu den Neurosen und der Neurotiker nickt und nickt. Husch, husch ins Wörtchen, sagt der Kritiker, und der Autor kuscht. 


Und das Publikum? Es klatscht. Der Dressurakt ist gelungen. Der Autor liefert dem Leser, was ihm der Kritiker vorschreibt, und der Leser liest das, was ihm der Kritiker verschreibt. Das Lesen als ­Strafkolonie.


Dabei aber, und das ist die alte Falle der Dialektik, kuscht der Kritiker selbst. Er kuscht vor sich selbst, vor jenem Selbst, dessen Rolle er brav ausführt, und vergisst, dass das Lesen letztlich eine Suche nach einem anderen Ich wäre. Nach einem Ich, das sich allen Zuschreibungen entzieht. 


Das Ich wird zum Anderen so, wie in den Übersetzungen die eigene Sprache sich ins Fremdartige weitet. Es ist genauso wenig die Aufgabe des Kritikers wie des Übersetzers, den fremden...

  • Begehren
  • Lesen
  • Literatur
  • Deutung
  • Psychoanalyse
Elfriede Jelinek

Was bleiben kann, wenn man es weglässt:

Nach dem Tsunami, nein, nicht dem global financial Tsunami, den ich hier nicht meine, den aber auch niemand vorhersehen und niemand verhindern hat können, diese Katastrophe, aber nein, den meine ich jetzt nicht, ich meine den echten, den richtigen, den Original-Tsunami, nach der großen Flut, der Sintflut mit den Tausenden Toten, nach der Todesflut, dem großen, dem massenhaften Ertrinken, riefen sie auch die österreichischen Gerichtsmediziner. Sie haben dort die Pathologen aus dem Ösenland herbeigerufen, die Öse dazu da, dass man ein Seil durchziehen und das Land wegziehen kann, wegschleppen von sich selbst, endlich!, nur macht das keiner, das Land abschleppen, das macht keiner, weil es nämlich so schön ist und genau dort so gut hinpasst, wo es sich bereits befindet, das passt uns genauso, das passt auch uns gerade gut genug, dass es dort ist, genau dort, außerdem wissen wir dann immer, wo wir hin müssen, um wieder zurückzukehren. Andere...

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